von Loch zu Loch

Erste Abschlag-Proben © Foto: Christopher Mavric



Loch Nr. 1 an der Museums Tankstelle, © Foto: Christopher Mavric


Abbruch Zone und Rückbau des ehem. Güterbahnhofs, © Foto: Christopher Mavric



Der Parcour


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AUSSICHTPLATTFORM


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MUSEUMSTANKSTELLE

SOZIALER TREFFPUNKT

GUMMIRADLER


Die Tankstelle wurde 1972 als Teil der zentralen Servicestelle für die insgesamt 300 Autobusse und LKWs des Kraftwagendienstes (KWD) der ÖBB errichtet; während die Busse Pendler*innen aus dem Großraum der Stadt und den Randzonen bis an den Stadtgrenzen von und nach Wien transportierten, dienten die LKWs dem Sammelverkehr und der Auslieferung von Gütern, die über den Nordwestbahnhof umgeschlagen wurden.

Direkt über den unter der Grüninsel vergrabenen Dieseltanks pflanzten der Tankwart und seine Kollegen – ÖBB-intern „Gummiradler“ benannt – Zierbäume und schufen sich damit eine kleine Ruhezone.


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ENTSIEGELUNGSÜBUNG

SPUREN DER ZWISCHENNUTZUNG

GROSSE AMBITIONEN

Die im Rahmen der ersten Klimabiennale 2024 hier gepflanzten Bäume mussten aufgrund des hohen Pflegeaufwands an einen neuen Standort übersiedelt werden. Ihr langfristiger Verbleib wäre ohnehin daran gescheitert, dass genau an dieser Stelle – in der letzten Bauetappe ab 2031 – die Errichtung einer Volks- und Sonderschule geplant ist.


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STROM

GESCHIEBE ALLER ART
UND IHRE HINDERNISSE


Die ureigenste Aufgabe der Donau, mit 2.850 km der längste Fluss Europas, war es seit jeher, Sedimente, die sich aus den vielen Zuflüssen speisen, zu sammeln, zu transportieren und verteilt über die Gesamtlänge des Flusslaufes abzulagern.

Einst ein zusammenhängender Lebensraum zwischen Quelle und Schwarzem Meer ist die Donau heute von unzähligen Staustufen unterbrochen, die hier durch aufgelegte Bretter in symbolischer Form dargestellt sind.

Durch die Regulierung und die vielen Unterbrechungen wurde die Laichgrüne und der Lebensraum von Fischen stark eingeschränkt. Der größte und berühmteste der Donau-Fisch, der Hausen, der einst jährlich von Oberbayern bis ins Scharzen Meer gependelt ist, gilt seitdem in unseren Regionen als ausgestorben.


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BERGE VERSETZEN

DONAUSEDIMENT

BEOBACHTUNGSSTATION


Wie weite Teile des 20. Bezirks ist das Areal des Nordwestbahnhofs auf Schwemmland aus Jahrhunderte alten Donausedimenten gebaut. Allerdings durften wir daraus kein Material für den Golfplatz entnehmen.

Der neue Hügel wurde von Tracing Spaces mithilfe eines LKWs samt Baggerschaufel vom Fahrer Ranko, einem Nachbarn am Areal, von der Donauinsel auf den Nordwestbahnhof transportiert. Dieser besteht aus jungen Sedimenten, Pflanzen, Mikroorganismen, Mineralien und Chemikalien aus dem gesamten oberen Donauraum, die im Rahmen des letzten Hochwassers 2024 auf der Donauinsel angeschwemmt wurden.

Wir haben sogar einen schriftlichen Nachweis der MA 45 Wiener Gewässer für dessen Authentizität und Herkunft.

Der neue Hügel dient hier nun dem interdiziplinären Team der Post Flood Community als Forschungsstation.


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TRITTSTEINBIOTOPE

ERHALTUNGSPLANTAGE

SAMENZUCHT

Hinter dem Zaun, der den Parcours von der Baustelle abtrennt, befindet sich die temporäre Schutzzone (CEF), die in der hier gewuchterten Zufallsvegetation bahnhofsbrachentypischen Tiere und Pflanzen während der Baustellenphase Schutz bietet, bis die Flora und Fauna über sogenannte Trittstein-Biotope sukzessive in eine dauerhafte Schutzzone an einem anderen Standort am Areal migrieren soll.

Diese Schutzzone wird noch im Sommer 2026 von der ÖBB errichtet und in ein paar Jahren ensprechend bewachsen und bewohnbar sein.

Die von Tracing Spaces geretteten Secondhand-Hochbeete davor dienen nun dem Kollektiv der Post Flood Community als erweiterte Zuchtstation für Samen, die später die Basis für die Wiederbeflanzung der Trittsteinbiotope in der Baustelle des Neubaugebietes bilden sollen.


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SIGNALETIK

VON STRENGEN REGELN

ZUR EVENT-LOCATION


Im vormaligen Carwash für die Privat-PKWs der Mitarbeiter:innen des Kraftwagendienstes der ÖBB sind eine Auswahl der vielfältigen Gebots-, Verbots- und Hinweistafeln aus der Logistik-Welt für ein Zielschießen aufgestellt.
Einen Sonderfall bildet ein Schild, das auf die Nutzung der (abgebrochenen) Stückguthalle als Eventlocation hinweist.


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WERFT NORDWEST

ARBEITSKULTUR

MATERIELLE PRODUKTION

Seit seiner Besiedelung war der Ort hier – ob Flusslauf oder Bahnstrecke, Hafen oder Bahnhof – stets von harter physischer Arbeit entlang einer transnationalen Handels- und Migrationsroute geprägt.

Das wird sich in Zukunft grundlegend ändern. Die fiktive Werft und ihre Exponate dienen als Verweis auf historische Wanderbewegungen und verschwindende Arbeitskulturen.

Das Fahnenstangengewässer, das das Areal des späteren Nordwestbahnhofs durchflossen hat, war zu Zeiten der Türkenbelagerung der größte schiffbare Arm der Donau. Am Tabor befand sich damals sogar eine Schiffswerft.

In unserer Schiffswerft liegt vorerst der Boots-Köper einer sogenanten „Ulmer Schachtel“, einem denkbar einfachen Bootstyp, der während der Emigrationswellen der Donauschwaben im 18. Jahrhundert für die einmalige Schifffahrt in ihre neue Heimat in Rumänien gebaut wurde, um dort als Baumaterial für die ersten Behausungen der Familien zu dienen.


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ROAD TO NOWHERE

VERLADERAMPE FÜR
TRANSPORTFAHRZEUGE


Die Rampe führt auf die Ladehöhe zu einem Schleppgleis, das an die Nordwestbahn angeschlossen war. Hier wurden große Fahrzeuge und schwere Maschinen auf Waggons verladen und abtransportiert.
Weil der Parkplatz für das Reversieren der Sattelschlepper zu klein war, entstand schließlich eine weitere Rampe weiter innen im Gelände – eigens für die Huckepack-Transporte der rollenden Landstraße.

Die Audioinstallation im Container ist im Rahmen eines Workshops unter der Leitung der Künstlerin und Hydrobiologin Christina Gruber und Julia Grillmayr (Lobau Listening Comprehensions) entstanden. Das Hörspiel führt in eine fiktive noch undefinierte Zukunft des „Brigittenauer Sumpfs“, in dem hier wieder alles wässrig und schlammig sein wird und sich subtropische Arten gemeinsam mit lebendigen Fossilien am Donaustrand tummeln.

Sound Editing: Julia Grillmayr (LLC)

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PANALPINA

HELD*INNEN

DES WIRTSCHAFTSWUNDERS


Entlang des Schleppgleises führt die letzte Station an einer Sammlung großformatiger Schilder vorbei, die auf jene Unternehmen hinweisen, die zum Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und zum Wirtschaftswunder in der Zeit des Kalten Krieges maßgeblich beigetragen haben.

Neben der Nordwestbahn und der ÖBB war Schenker & Co. (später DB Schenker), die größe und bedeutendste Spedition, die vom ersten bis zum letzten Tag (1872 bis 2022) 150 Jahre lang am Nordwestbahnhof tätig war. In der Nachkriegszeit war dann vor allem die Panalpina prägend, die bis in die frühen 1990er Jahre das Monopol für die Auslieferung von sogenannten Weisswaren (Herde, Kühlschränke, Waschmaschinen, Geschirrspüler) im Großraum von Wien innehatte und damit zur Modernisierung der Haushalte massgeblich beitrug. Ausserdem hat Panalpina von hier aus den Export von Produkten der verstaatlichten Industrien in den Iran, Irak, die Golfstaaten und nach Lybien abgewickelt.

Beide Unternehmen existieren heute nicht mehr.

Wir würden es sehr sinnvoll und schlüssig finden, wenn diese Schriftzüge als Erinnerung an die einstige Nutzung einen Platz im neuen Stadtgebiet bekommen.


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Weitere Stationen sind in Planung