
Tracing Spaces versteht seine Praxis am Nordwestbahnhof als „Creative Urban Curating“. Durch das Sammeln von Narrativen und Artefakten (von Oral Histories bis Urban Mining), die in unterschiedlichen künstlerischen und kuratorischen Inszenierungsformaten genau am selben Standort dem Publikum wieder zugänglich gemacht werden, um Akteur*innen aus verschiedenen sozialen Milieus und mit verschiedenen Interessen zu einem Austausch sammen zu führen.
Der Pocket Park Nordwest ist ein Areal am stillgelegten Nordwestbahnhof, das bis zum endgültigen Abbruch der Bestandsbauten von Tracing Spaces mit Zustimmung der ÖBB bespielt wird. Um eine stillgelegte Tankstelle, eine offene Autowerkstatt und Garage, mittlerweile freigemachte Parkplätze sowie eine dichte Zufallsvegetation auf der anschließenden Bahnhofsbrache bieten Innenräume, schützende Flugdächer, Sonne und Schatten, versiegelte Flächen, Rampen und die Parklandschaft eine vielfältiges Potential an Nutzungsmöglichkeiten und Aufenthaltsqualitäten.
Für „W(Hole) in One“ wird nun in gemeinsamen Workshops mit (Landschafts-)Architektinnen, Designer*innen, Ökolog*innen, Künstler*innen und Nachbar*innen vorerst ein urbaner Midi-Cross-Golfparcours entworfen und eingerichtet, bei dem statt einer pflegeaufwendigen Grünfläche eben ein Teil der Brache des stillgelegten Bahnhofs bespielt und die baukulturellen uns ökologischen Potentiale während dessen Transformation (Mixed Use, Schutzzonen, Kreislaufwirtschaft thematisiert werden.

Zwischen den Abschlagstationen (Tee-Boxes) und Zielbereichen (Greens) wird ein Lehrpfad aufgespannt, mithilfe eines visuellen Leitsystem werden Besucher*innen und Spieler*innen entlang kleiner Forschungsstationen, Modellen von Best Case Beispielen für Kreislaufwirtschaft und minimal invasive Sanierungen, Sandbunker aus Donau-Sedimenten, Teichen aus gesammeltem Regelwasser, Hindernissen aus Relikten der lokalen Bahnhofsgeschichte und Aussichtsplattformen für Kleinbiotope mit bahnhofsbrachen-typischen Pflanzen und Tieren, geführt.
So entstehen in diesem Teilgebiet des Areals einzelne miteinander vernetzte ökologische Teststationen, die gleichzeitig auch die nötigte Infrastruktur als Treffpunkte zur sozialen Interaktion und Beobachtung bereitstellen.
Für das Publikum wird im Projektzeitraum die Möglichkeit geboten Urban Golf zu spielen, aber auch Tourniere für alle Altersgruppen organisiert, die sich gleichzeitig zu unterschwelligen spielerischen Baukultur-, Kreislaufwirtschafts- und Biologiekursen, Festen oder mobilen Symposien mit Stakeholdern, Expert*innen und Nachbar*innen auswachsen.

Wie alle unsere Projekte verstehen wir diesen Urban-Cross-Golfparcours nicht nur als kurzfristige Zwischennutzung, er soll sich in einer späteren Projektphase wie Trittstufen-Biotope über das noch eingeschränkte Areal ausbreiten, sodass dann „Loch für Loch“ ein weiträumiges Netzwerk über die Brache und Baustelle des zukünftigen Stadtentwicklungsgebietes gespannt wird.
