Sa., 20. und 27. Juni 2020
Fr., 25. September 2020: 16 Uhr
Fischzug zu Fischgrab und Fischfabrik Nordwestbahnhof

Eine Wanderung zu künstlerischen Interventionen am Bahnhofs-Areal zum Thema Fischmord, -transport und -verarbeitung

Das Areal des Nordwestbahnhofs liegt über einem ehemaligen Seitenarm der Donau. Deren Zuflüsse und Au-Landschaften boten ideale Laichplätze und Lebensräume für eine Vielzahl von Fischen. Durch die Regulierung des Donaukanals und der Donauarme, wurden die Überschwemmungen eingedämmt und die Schifffahrt erleichtert. Mit der Aufschüttung und Trockenlegung großer Teile des 2. und 20. Bezirks wurde Bauland für die neuen Bahnhöfe, Häfen, Gewerbebetriebe sowie ganzer Stadtteile geschaffen.
Während die Bevölkerung der Stadt rasant anwuchs, wurde die Fischpopulation stark reduziert. Um den Bedarf zu decken wurden daher Fische mit der Nordwestbahn aus den Nordseehäfen importiert, wo sie in Wien angekommen bis in die frühen 1980er Jahre am Nordwestbahnhof  – vorrangig von Gastarbeiter*innen – verarbeitet worden sind.

Musikalische Begleitung und kurze Expertisen:

im “Dschungel”, einer verwilderter Brache am Bahngelände hinter dem Museum Nordwestbahnhof spielen Matthäus Bär & Katharina Seyer-Trenk den Titelsong “Fische in der Stadt”
– Neben einem stillgelegten Schienenstrang, wo sich vormals ein fischreicher Seitenarm der Donau befand, spricht Friedrich Hauer, Stadtforscher, über das Projekt der Donauregulierung im 19. Jahrhundert
– Mit Blick auf das Grabmal für den unbekannten Wiener Fisch spricht Christina Gruber, Künstlerin und Gewässerökologin, über die historische Vielfalt der  Wiener Fische und deren Schicksal in Folge der Insdustrialisierung
– und Gustav Schörhofer, Jesuitenpater, über die Rolle des Fisches für die christliche Kirche…
– Unter dem Tankstellenvordach singt Florian Holzgruber “Des Heiligen Antonius Predigt für die Fische”
– Vida Bakondy, Migrationsforscherin, spricht über die Erfahrungen von Gastarbeiterinnen in der Fischfabrik
Martina Fleischer, Kunsthistorikerin, über Fisch-Monster vom Rande der Zivilisation bei Brueghel d. Ä. und H. Bosch
– und vor dem Fischkiosk bzw. der Intensivstation mit dem erkrankten Fischmonster erläutert Heike Maier-Rieper, Kunsthistorikerin, Analogien unseres Projektes zu Jeff Koons Haifisch und den Pathologie-Bildern in der Kunst des 18. Jahrhundert…

 

Treffpunkt: MUSEUM Nordwestbahnhof, Nordwestbahnstraße 16 A, 1200 Wien (ehemalige Bahnbus-Leitstelle)

Teilnehmer*innen-Zahl begrenzt – Voranmeldung unbedingt erforderlich; Kosten: keine

Sa., 20. und 27. Juni 2020
Fr., 25. September 2020: 18 Uhr
Fischfest im Garten des MUSEUM NORDWESTBAHNHOF

Das Museum dokumentiert die wechselvolle Geschichte dieses letzten innenstadtnahen Güterumschlagplatzes, der trotz seiner Größe und Bedeutung in Vergessenheit geraten zu sein scheint.
In der aktuellen Sonderausstellung dienen das Museum und die Freiflächen des Bahnhofs zudem auch als künstlerisch-ethnografisches Sammelgefäß für Fisch-Geschichten aller Art – liebliche bis erschreckende, reale und fiktive – sowie als Inszenierungsort künstlerischer Fisch-Interventionen, Filmprogrammen, Fisch-Liedern, Spielen, Getränken und Speisen…

Konzept der kulinarischen Versorgung: Joanna Zabielska & Bilal Alame

Es sind die jeweils gültigen Vorschriften der Gesundheitsbehörden zu beachten.

Treffpunkt: MUSEUM Nordwestbahnhof, Nordwestbahnstraße 16 A, 1200 Wien (ehemalige Bahnbus-Leitstelle), Erreichbarkeit: U6 (Dresdnerstraße); Straßenbahn 5 (Rauscherstraße); Bus 5A (Brigittagasse)

Fr., 26. Juni 2020
Fr., 2. Oktober 2020: 15:00 bis 18:00 Uhr
Wiener Fisch-Prozession durch die Innenstadt

Angelehnt an religiösen Prozessionen, karnevalesken Umzügen und politischen Demonstrationen wandern wir zu Fuß mit Prozessionsgeräten und Pop-Up Ausstellungen zu potentiellen Erinnerungsorten des Fisch-Handels, seines Gedenkens im Raum der Wiener Innenstadt: Von der Fischerstiege und der Kirche der Fischer und Donau-Schiffer folgen wir der Verlagerung der historischen Fischmärkte im Wiener Stadtgebiet vom Hohen Markt, zum Donaukanal, zum Karlsplatz und Naschmarkt, bis zu einem Ready-Made Museum des Wiener Fisch-Konsums.

Expertisen von Isis Frisch, Studium in Internationaler Entwicklung und Urban Studies sowie zertifizierte Stadtführerin & Christina Gruber, Künstlerin und Fischforscherin; mit musikalischer Begleitung durch Matthäus Bär und visuellen Markierungen von Theresa Hattinger, Catering: Joanna Zabielska und Bilal Alame.

Voranmeldung unbedingt erforderlich!
Treffpunkt und Beginn werden nur nach verbindlicher Anmeldung bekannt gegeben.
Kosten: keine

Fr., 9. Oktober 2020: 17:00 bis 21:00 Uhr
Schiffstaufe der MS-Nordwestbahnhof mit Ausstellungs- und Filmprogramm

17:00 Ausstellungseröffnung

Zwischenbrücken. Portraits und Stadtansichten aus Wien-Brigittenau
Fotos von Christopher Mavrič

Nordwestbahnhof, Zeichnungen aus der Kindheit von Alfred Karrer, Donaudampfschifffahrtskapitän in Rente

19:00 Filmvorführung

Ekmek Parasi. Geld fürs Brot von Serap Berrakkarasu & Gisela Tuchtenhagen,
16 mm, D 1994 zeigt den Alltag von Arbeitsmigrant*innen in einer Fischfabrik

Treffpunkt: Museum Nordwestbahnhof
Teilnehmer*innen-Zahl begrenzt – Voranmeldung unbedingt erforderlich

Leider wegen COVID-19 immer wieder verschoben:
geplant für einen Freitag von 15:00 bis 18:00 Uhr
Motorisierte Wallfahrt zum großen Prater-Walfisch

Ein für Wien bedeutender Fisch, die großformatige Skulptur eines Walfisch, die einst als dreidimensionales Werbesignet das gleichnamige Lokal im Wiener Prater beworben hat wurde zum Glück vor seiner Entsorgung gerettet. Der Walfisch harrt heute restauriert und verpackt – wie eine einbalsamierte Leiche – im Depot des Wien Museum seiner Wiederauferstehung.
In einer Busfahrt zu diesem Depot wird angesichts des Wals und seines Schicksals die Bedeutung von Fische in der Religion, Populärkultur und ökologischen Bewegung in Kurz-Vorträgen, Predigten und Musikperformances diskutiert und besungen. Abschluss: Fischessen im Fischrevier Alberner Hafen.

Abfahrt: Autobushaltestelle Schwedenplatz
Teilnehmer*innen-Zahl begrenzt – Voranmeldung unbedingt erforderlich
Kaution: 15 Euro / Person