Bushaltestelle in Orth an der Donau in Form eines umgedrehten Schiffsrumpfs
Die neue von Michael Hieslmair und Michael Zinganel (Tracing Spaces) auf Basis eines Wettbewerbes für den Standort an der Bundesstraße zwischen Schloss Orth und Neuer Mittelschule entworfene Haltestelle nimmt verschiedene ortsspezifische und Themen auf:
Orth stellte seit jeher einen wichtigen Personen- und Warenverkehrsknotenpunkt in der transnationalen Bewegung entlang der Donau dar. Der formale Impuls für die Haltestelle stammt aus einer archetypischen Form der Donauschiffe, der so genannten Ulmer Schachtel – eine bereits im 15. Jahrhundert auftauchende, einfache Holzkonstruktion, die während der Türkenkriege und durch die Ansiedlungspolitik der Habsburger im Donauraum einen Boom erlebte. Die strenge in Schwarzweiß gehaltene Gestaltung war typisch für die Ulmer Schachtel und gewährleistete ihre Sichtbarkeit auf dem Gewässer. Bis zur Motorisierung fuhr dieser Bootstyp in der Regel nur donauabwärts bis zum neuen Bestimmungsort der Familien weit der ursprünglichen Heimat. Dort angekommen, wurde der Rumpf zerlegt und als Baumaterial für die ersten Behausungen weiterverarbeitet.
Eröffnet am Samstag, 27. Juni 2026. Initiert von Hilde Fuchs (Museum Schloss Orth), umgesetzt von der Gemeinde Orth an der Donau, finanziert von Kunst und öffentlicher Raum Niederösterreich
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